4 countries and athens

Da wir zeitlich etwas knapp dran sind (Visas), wollen wir möglichst schnell nach Athen. Von Kroatien aus heisst das durch Montenegro, Albanien und an der Westküste weiter, oder durch das Landesinnere von Albanien über Mazedonien nach Griechenland – wir wählen das Letztere. In einem Tag durchqueren wir Montenegro, Albanien und übernachten nach der Grenze in Mazedonien.

Die Autofahrt ist sehr Eindrucksvoll. Wo uns Montenegro zu unserer Überraschung gar nicht gefällt, hat Albanien bei Nacht etwas Krasses. Gleich nach der Grenze fahren wir durch ein sehr ärmliches Quartier von Shkoder, wo uns gleich die Bettelknaben auf das Auto steigen und kaum noch runter gehen wollen. Über eine holprige Holzbrücke, kommen wir auf die Hauptstrasse Richtung Tirane. Autobahnen gibt es in Albanien keine. Die Autos fahren schnell auf den Hauptverkehrsrouten und immer wieder gibt es krasse Schlaglöcher. Womit man sich gleich auseinandersetzen muss, ist das ewige Lichthupen. Fast jedes entgegenkommende Fahrzeug macht “Cabaret” und wir kapieren es nicht. Dann die Polizeikontrolle, das muss es also gewesen sein. Nur das wir bereits 20min bevor wir zur Kontrolle kamen gewarnt wurden – sehr eingespielt sagen wir uns. Aber nach der Kontrolle (wo wir zum Glück dank des vorderen Fahrzeugs im Tempo lagen) geht’s frisch und froh weiter mit dem Lichthupen. Nach ca. 40min kommen wir dann zur nächsten KontrolleJ Da fahren sie das heftigere Geschütz auf. Einige Mann mit Maschinenpistolen und Gepanzerten Fahrzeugen stehen am Strassenrand. Die suchen offensichtlich nach Schmuggelwahre. Uns winken sie durch.

Tirane ist krass. Der Vorort dreckig und düster, die Strassen ein Desaster. Immer wieder kommen ungepflasterte Abschnitte mit tiefen Schlaglöchern die wir mit 10km/h passieren müssen. Im Stadtzentrum ist auch im 11Uhr nachts noch die Hölle los. Der Verkehr schlimmer als Bangkok. Wir essen etwas und fahren auch gleich weiter Richtung Mazedonien.

Und ja, das einem der Sprit ausgeht ist in Albanien nicht möglich. Alle 300m-500m gibt es 1-5 Tankstellen. Unglaublich aber wahr! Meisst sind zwei Tankstellen auf beiden Strassenseiten von verschiedenen Gesellschaften und das gleiche wiederholt sich alle paar hundert Meter.

Wie an jedem Zoll bis anhin, werden wir auch von den Mazedoniern sehr freundlich empfangen. Wir unterhalten uns, witzeln mit den Zöllnern (Hauptsächlich mit der Lady) und fahren dann um 2Uhr morgens nach Mazedonien rein. Auf der Suche nach einem Schlafplatz fahren wir an unzähligen Rohbauten vorbei, die offensichtlich alle für den Tourismus gedacht waren. Nur ist keiner vollendet. Das ganze kommt uns sehr spanisch vor und bis zum heutigen Tag haben wir keine Antwort darauf, denn gleich am nächsten Morgen, fahren wir weiter Richtung Bitola, der vermutlich zweitgrössten Stadt in Mazedonien. Dort erwartet uns Armut. An den Strassenränder sind Siedlungen aus kleinen Hütten, gefertigt aus Holz, Karton Wellbleche und sonstiges was sich gerade anbietet. Die Kinder spielen im Dreck, ohne Schuhe und leicht bekleidet. Man könnte denken, dass man bereits in Asien angekommen ist. Nachdenklich drehen wir einige Runden in der Stadt. Natürlich sind wir wie meisstens die Attraktion des Tages.

Nach weniger als einer Stunde, überqueren wir die Grenze nach Griechenland. Schlagartig ändert sicht der Standard – die Häuser sind robuster, die Strassen besser und die Dörfer sauberer. Krass wie sich das auf so wenig Kilometer ändern kann. Über die Fahrt nach Athen gibt es nicht mehr viel zu sagen, ausser das es praktisch keine Tankstellen gibt auf der Autobahn. Die Autobahngebühren sind immens Teuer und dafür die Strassen nicht wirklich in bestem Zustand. Wir übernachten noch einmal in einem Olivenhain und fahren am nächsten Tag nach Athen.

Kurz vor Athen steigt und steigt die Temperatur unseres Kühlwassers. Wir halten an, warten ca. 40min bis die Temperatur abgenommen hat und füllen dann das Wasser nach. Nachdem wir wieder abfahren, steigt die Temperatur bereits nach kurzer Zeit wieder an. Nun muss sich die Situation offensichtlich verschlechtert haben. Durch stetiges Gas geben (so bleibt die Pumpe auch im Stillstand aktiv), kann man vermeiden, dass zu viel Kühlwasser bei einer undichten Pumpe verloren geht. So kämpfen wir uns in die Stadt hinein. Die Agenda sieht dann folgendermassen aus: direkt in die Toyota Garage! Irgendwann geht es nicht mehr, die Temperatur ist zu hoch. Abstellen. In einer Nissangarage erklärt uns einer wie wir in die nächste Toyotagarage kommen – wir versuchen es und – schaffen es!

Wie immer wird unser Fahrzeug bei der Ankunft bestaunt. Alle sind freundlich und bald haben wir die Pumpe (in Belgien) bestellt. 5 Arbeitstage min. Aber wir wollen sowieso einige Zeit in Athen verweilen. Wir versuchen den Camping zu erreichen und es klappt.

Es ist Wochenende, Ausgang steht auf dem Programm. Athen ist wärmstens zu empfehlen! Nightlife ist gut. Es gibt zwei grosse Ausgangsbezirke – das eine Zentral unterhalb der Akropolis und das andere heisst Gasi und ist mit dem Taxi ca. 5min. von Zentrum entfernt. Irgendwie landen wir vermutlich in einem der besten Clubs der Stadt mit Namen Letom (Motel rückwärts). Nächstes Wochenende steht Steve Bug und Co.( Pokerflat Bande) auf dem Program, super fett!

Bereits am Weekend bekommen wir Nachbaren auf dem Camping – Reinhold und Katarina zirkeln ihren MAN Offroader Lastwagen neben uns hin. Sofort besteht Sympathie und die nächsten Tage verbringen wir einige Stunden mit den Beiden. Sie sind seit einigen Jahren unterwegs und kommen grade von einer Nordafrika Tour durch Libyen, Ägypten, Jordanien, Syrien und der Türkei. Ich hoffe schwer, dass ich den beiden wieder einmal begegnen werde! Vielleicht in Südamerika in 4 JahrenJ Zum Camping Athen kann ich folgendes sagen: Überrissene Preise. 8 Euro pro Person und Fahrzeug, plus 4 Euro für Strom, macht total 28 Euro pro Nacht! Ansonsten dröhnt die Hauptverbindungsachse nach Korinthos 24std lang (man gewöhnt sich jedoch etwas daran). Dusche und sonstige Infrastruktur ist gut, jedoch ist Laundry service, auch des Preises wegen, gar nicht zu empfehlen.

Nach zwei Tagen Arbeit an unserer Autoinfrastruktur wurde ich richtig krank. Angina. Ich lag tief im Bett und musste nach 3 Tagen eine Antibiotika Kur starten, da es immer schlimmer wurde. Somit habe ich Athen nicht mehr wirklich mitbekommen und nachdem ich mich auf dem Weg der Besserung befand, wurde Matthias krank. Nachdem Mati wieder einigermassen auf den Beinen war, fuhren wir weiter Richtung Istanbul.

Zur erwähnen sind noch die Heissen Quellen ca. 200km von Athen Richtung Norden. Für Koordinaten pingt uns an.


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