Mosdar, impressions of the war

03-01-09-038

Wir fahren von Split her Richtung Mostar, über die erste Bergkette, die sich  praktisch an der ganzen Kroatischen Küste entlang zieht. Je weiter wir ins Hinterland fahren, desto grüner wird die Vegetation, es erinnert uns ein wenig an die Schweiz. Nach ca. 2 Std. fahrt erreichen wir den Kroatischen Zoll, wo wir herzlich begrüßt werden. Nach ein bisschen Smalltalk lassen sie uns passieren. Auch die Bosnier sind freundlich, bis sie auf die Greencard zu sprechen kommen (die wir dabei hatten, es aber nicht wusstenJ) die wir nicht vorweisen können. Wir werden in ihre Barrage gewunken, wo sie etwas von Kaffe tuscheln und dabei so verschwörerisch blicken. Natürlich geht es nicht um Kaffe, sie wollen Geld, nach längerer Verhandlung einigen wir uns auf 20 Kuna. Endlich, ich starte den Motor, doch bevor ich losfahren kann, steht der Zöllner wieder an der Tür, die 20 Kuna in der Hand, sagt er: das mit dem Kaffe laufe nicht und lässt uns wenden. Naja wenigstens freuen sich die Kroaten über uns, es ist  wie ein Besuch bei alten Freunden.

Wir passieren einen anderen Zoll den uns die Kroaten empfohlen haben(ohne Greencard) und tuckern Richtung Mostar. Mit uns unzählige alte Mercedes in denen ihre stolzen Besitzer uns meist lachend zuwinken. Wir passieren eine letzte Steigung und blicken auf Mostar hinunter, die Stadt wirkt hässlich und trotzig, sie ist umgeben von Bergen. Als wir in die Stadt einfahren, ist es plötzlich bedrückend ruhig in unserer Josephine, (kein Witz, sie heißt so) die Bosnier scheint unsere Andacht wenig zu interessieren, viele lachende Gesichter, die Cafés sind voll. Wir drehen nachdenklich unsere Runden vorbei an eingestürzten Gebäuden und zerschossenen Fassaden.

03-01-09-043

Wir finden einen Parkplatz gleich neben der Altstadt, der sehr zu empfehlen ist wenn man mit einem Fahrzeug anreist. Zu finden ist er gleich bei der Altstadt auf der Muslimischen seite. er kostet nicht wenig, dafür ist er 24/7 bewacht. Wenn man von Kroatien her kommt, muss man den Fluss bei der mittleren Brücke überqueren und gleich 100m dahinter liegt er auf der rechten Seite.

 Wir bummeln durch den Muslimischen Teil, vorbei an Mosche,  Friedhof und Grabsteinen, die alle mit 1993 beschriftet sind, Richtung Brücke.  Stolz ragt sie empor und verbindet wieder die muslimischen und christlichen Bewohner dieser Stadt. Auf der christlichen Seite setzen wir uns an den Fluss und genießen den wunderschönen Blick auf die Altstadt, in dem Moment setzt der Gesang der Muezzin ein.

03-01-09-100

Die sehr bekannte Brücke von Mosdar wurde im Krieg niedergebombt und später wieder aufgebaut. Sie ist nach den alten, römischen Prinzipien gebaut und ragt stolz über dem Fluss empor. Später besuchen wir eine Bar, wo sich die Männer bei Joint und Whisky die Erinnerungen vernebeln.

Es ist eindrücklich, wie hier die zwei sehr etablierten Glaubensrichtungen miteinander leben. Schwer ist zu sagen ob die eine Religion von der anderen wirklich akzeptiert ist, aber beide können sich entfalten.

03-01-09-092

Wo wir in der Schweiz doch immer von Glaubensfreiheit reden aber es beispielsweise den Muslimen sehr schwierig machen ein eigenes Minarett zu bauen.

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz kehren wir noch einmal zurück, machen Fotos und Essen, bevor wir uns auf den Weg nach Split begeben.       


SetPageWidth